Badminton – Ballettminton

Schon oft wurden den graziösen Bewegungen unserer Lieblingssportart große Ähnlichkeiten zu anderen Sportarten nachgesagt, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit Badminton zu tun haben können. Betrachtet man die ganze Sache aber etwas genauer, kommen erstaunliche Parallelen zum Vorschein. Am auffallendsten dabei ist die Ähnlichkeit zum Fechten. Oft ist es nur das runde Ende des Schlägers, die daran erinnert, dass der Spieler nicht einen Degen, sondern ein Badmintonracket in der Hand hat. Alle anderen Bewegungen sind erstaunlich ähnlich, außer dass man dem Gegner nicht so nahe kommt und ihm schon gar nicht einen gezielten Hieb auf die Wange verpassen will. Aber sonst… man kommt sich vor wie bei den drei Musketieren.

 

Aus einem anderen Blickwinkel fällt aber auch besonders die Nähe zu den Bewegungen beim Ballett auf. Die schnelle, behände und grazile Art der oft anmutigen Bewegungen könnte direkt aus Schwanensee kopiert und aufs Badmintonfeld projiziert worden sein. Einzig der Schläger in der Hand erinnert daran, dass das hier überhaupt nichts mit Tanzen zu tun hat und die Musik fehlt ja auch… Aber sonst… Da gibt es zum Beispiel die Figur „Arabesque“: der Tänzer steht auf einem Bein, das andere Bein wird mit gestrecktem Knie nach hinten gehoben, benannt nach dem Ornament Arabeske. Im Badminton ist diese Figur bekannt als der verzweifelte Versuch, dem Gegner einen Ball knapp über das Netz zu schmettern und dabei nicht die Haltung zu verlieren. Die Bewegung „en dehors“, im klassischen Ballett als „Auswärtshaltung“ der Beine bekannt, ist bei uns nichts anderes als die Fußhaltung des Spielers, der, durch den Aufschlag des Gegners in schiere Verzweiflung gestürzt, nicht mehr weiß, in welche Richtung er sich bewegen sollte, um einem fast sicheren Minuspunkt zu entgehen. Auch die Grundposition beim Ballett kommt in ähnlicher Form beim Badminton vor, natürlich in passenden Schuhen, aber dazu kommen wir ein anderes Mal… Der „Pas de Deux“ als Bezeichnung für den Tanz im Duett, findet erstaunliche Parallelen im gemischten Doppel, und wenn man die passende Musik unterlegen würde, wäre der Zuschauer nur irritiert wegen des Netzes quer durchs Bild, das man in den seltensten Fällen auf der Ballettbühne finden würde. Der „Katzenschritt“, ein Sprung aus der Grundposition mit Landung in der Absprungposition, ist nichts anderes als der von uns an anderer Stelle bereits ausführlich beschriebene „Chinasprung“, für uns eine alltägliche Übung, die wir mit nahezu gleicher Anmut ausführen wie das Bolschoi Ballett in Sankt Petersburg.

 

Die Parallelen sind unerschöpflich. Man sieht sie spielen, hört das „Plopp“ des Shuttlecocks auf den Schlägern und wenn man statt der verzweifelten Schreie der Spieler nach jedem versemmelten Ball jetzt ein bisschen Petruschka- oder Feuervogel – Musik hören könnte, würde man sich wie bei einer Ballettvorführung fühlen.

 

Neugierig geworden? Ihr könnt das selber ausprobieren, allerdings ohne Musik. Jeden Samstag von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr in der Rugwisch – Sporthalle, wenn wir wieder unser Ballettminton spielen. Ihr seid jederzeit willkommen.

 

Bericht von Eckhard Schultz