Pokal: Unter Wert geschlagen

Trotz großer kämpferischer Leistung bezog der TSV Travemünde am Samstagabend gegen Oberligist BBC Rendsburg eine deutliche 55:105 (22:48)-Niederlage. Dabei waren viele individuelle Fehler der ausschlaggebende Faktor. Großkampftag in der Steenkamphalle, denn selten hatten die Basketballer die „Raubmöwen“ der 2. Damenhandballbundesliga als Vorspiel. So war die Tribüne gut besetzt, als das junge Bezirksligateam des TSV Travemünde (mit sechs Ausfällen dezimiert) gegen das favorisierte Rendsburg auflief.
In den ersten sieben Minuten war das Travemünder Spiel von viel Nervosität geprägt. Dabei verteidigte man eigentlich gut und löste sich geschickt aus einer Ganzfeld-Verteidigung des Gegners, der damit Travemünde überraschen wollte. Das Positive wurde aber mit leichten Ballverlusten und ungeschickten Fouls gedreht, so dass man bis zur 7. Minute warten musste, bis der erste Feldkorb zum 17:3 fiel. Dieser Korb von Kay Pfiffner (10 Punkte) war so etwas wie eine Erlösung, die Hektik fiel von den Schultern und bis zur Pause konnte man bis auf 12:20 verkürzen.
Bis zur 15. Minute zum 18:28 hielt man wacker mit, dann aber zeigte sich zunehmend der Klassenunterschied (zwei Ligen) bemerkbar: Travemünde musste mit viel Aufwand jeden Punkt hart erkämpfen und Rendsburg bestrafte jeden individuellen Fehler sofort.
Nach dem Halbzeitpfiff bei 22:48 machte sich darüber hinaus die dünn besetzte Bank bemerkbar. In dieser Phase lief zumindest das taktische Mittel, Angriffe hauptsächlich über Robert Sadowski, mit 27 Punkten der herausragende Spieler der Partie, abzuschließen. Aber Rendsburg nutzte mit schnellem Spiel und feinem Basketball jede Schwäche des Gegners. Mit schwindenden Kräften sank auch die Konzentration beim TSV. In der 36. Minute musste dann beim Stand von 47 : 84 auch noch Sadowski mit dem fünften Foul vom Feld, dem anschließend Pfiffner und Alam (6) folgten. Die letzte Phase des Spiels stand der TSV also nur mit vier Spielern auf dem Feld, die bis zum Umfallen kämpften.
„Nach den Ausfällen wollten wir Rendsburg unter 100 Punkten halten und selbst 60 erzielen. Dass uns dies nicht geglückt ist, liegt an uns selbst, denn wir haben nie die Nervosität aus dem Spielaufbau herausbekommen. Der Gegner hat uns aber gezeigt, wo wir hinwollen,“ fasst Coach Hansen zusammen.
Weiter spielten: Dennis Werthmann (6), Ronald Garcia (2), Andrew Candelon (1) und Wayne Dietz (3)

Jörg Hansen