Travemünde verpasst Sensation nur denkbar knapp

Der Serienmeister LT 4 (ehemals „Die Dritte“) zieht mit dem 70:68 (38:35) - Sieg in der Basketball-Bezirksliga weiterhin souverän in der Tabelle seine Kreise und liegt ungeschlagen an der Spitze. Dabei lag gegen den TSV Travemünde lange eine Sensation in der Luft. Der TSV hatte zwei bewegte Wochen hinter sich: Yassine Alam gesperrt, Thomas Kriesen mit Bänderriss verletzt, Coach im Urlaub, zwei empfindliche Niederlagen und Wechsel in der Abteilungsleitung. Also denkbar ungünstige Vorzeichen für den TSV und vielleicht hatte LT gerade deswegen den Gegner unterschätzt.
Travemünde - wieder mit Coach - konnte aber auf Alam (28 Punkte) zurückgreifen und legte gut los. Es entwickelte sich von Beginn an ein Spiel auf Messers Schneide auf hohem Bezirksliga-Niveau, in dem es keinem Team gelang, sich entscheidend abzusetzen.
Lübeck spielte wie gewohnt die körperliche Überlegenheit in der Zone aus und setzte im Aufbau vor allem auf Landt und Jürs. Aber der TSV hielt über eine starke Defense und mit feinen Spielzügen die Partie offen. Nach dem Wechsel zeichnete sich gar eine Überraschung ab, als Travemünde über Andrew Candelon (1) den Verteidigungsdruck auf den Aufbau noch einmal erhöhen konnte und Dennis Werthmann (13) immer besser ins Spiel kam. Der TSV führte plötzlich mit 50 : 42.
Jetzt zeigte sich LT als gereizter Löwe: Mit schnellen Einwürfen und langen Bällen wurden Travemünder Schlafmützigkeiten routiniert bestraft und die Partie wieder gedreht. Hin und her wogte nun die Führung, die Center-Verteidigung des TSV lieferte Schwerstarbeit ab. In der letzten Minute stand es 68 : 68, als nacheinander vier Freiwürfe für LT nach zwei harten Fouls nur zu einer 2-Punkte-Führung reichten.
Travemünde hatte es 10 Sekunden vor Schluss also selbst in der Hand, ging über Robert Sadowski (18) frei zum Korb, der den Ball allerdings  mit der Schlusssirene daneben legte. LT lag sich jubelnd in den Armen, Travemünde zerstört am Boden.
„Wir haben gegen diesen starken Gegner immer an unsere Chance geglaubt. Es fehlten nur zwei, drei kleine Mosaiksteinchen zum Sieg. So gnadenlos ist Basketball,“ fasste Coach Jörg Hansen zusammen.
Weiter spielten:
Norman Bender (2), Benedikt Höver (4), Maikel Brümmel, Ronald Garcia, Kay Pfiffner (2)