Schwere Schlappe für 1. Herren

Schwere Schlappe für die Basketballer nach einem denkwürdigen Spiel in der Steenkamphalle. Das erste Spiel im neuen Jahr hatte sich der TSV Travemünde ganz anders vorgestellt. Gegen den favorisierten MTV Lübeck bezog man eine deutliche  61 : 88 (38 : 40)- Niederlage und konnte sich damit nicht für die Hinspielniederlage revanchieren. Gut vorbereitet und hoch konzentriert startete der TSV, der sich mit druckvoller Verteidigung und schnellem Spiel gegen den körperlich überlegenen Gegner durchsetzen wollte.
Die Gastgeber kamen aber nicht durch das gefürchtete Tempospiel sondern überraschender Weise im Positionsangriff gegen die langen Lübecker zu ihren Punkten.
Dabei drückte MTV mit einer aggressiven Verteidigung die Travemünder Topscorer Alam (11) und Bender (5) aus dem Spiel, aber die Bankspieler und Sadowski (20) sprangen ein. Das Vorhaben ging bis zum Halbzeitpfiff voll auf.
Das dritte Viertel entwickelte sich dann zu einem merkwürdigen Ereignis. Die Schiedsrichter verloren vollkommen ihre Linie, pfiffen kleinlich und nahmen immer wieder Schiedsrichter-Auszeiten. Leidtragender war Travemünde (7 Fouls innerhalb kürzester Zeit), MTV drehte locker seine Runden. Höhepunkt vieler haarsträubender Entscheidungen: ein berechtigt  gegebenes technisches Foul (gegen MTV nach einer völlig irrsinnigen Aktion des Aufbauspielers) wurde ohne Erklärung zurückgenommen. Coach Hansen stand dicht vor einer Matchstrafe und der an diesem Tage herausragende Travemünder Höver (5) musste wegen der Foulbelastung auf die Bank, was den TSV zusätzlich schwächte. Travemünde fand so nicht mehr zu Kampf und Spielfreude zurück und ließ sich auch im Angriff verunsichern, wo die einfachsten Bälle verloren gingen. Zu allem Unglück kam, dass  MTV nun endlich auch seinen Top-Center aufs Spielfeld schicken konnte, der in der 1. Hälfte noch verletzungsbedingt aussetzten musste. Über ihn liefen jetzt auch vermehrt die Angriffe, die er auch schon mal ganz geschmeidig mit einem Dunk-in abschloss. Die Halbzeitführung wurde so hauptsächlich über ihn binnen fünf Minuten in einen 50 : 65 -Rückstand gedreht.

Paukenschlag zum Schluss
In der Schlussphase hatten sich die Gemüter wieder etwas beruhigt, die Schiedsrichter ließen nun den Pendel in Richtung MTV ausschlagen – das Spiel war ohnehin längst entschieden.
Maikel Brümmel (4) war es dann doch vorbehalten, für den TSV Travemünde noch ein Ausrufezeichen zu setzen: bei einem scheinbar einfachen Korbleger des MTV kam er von weit hinten spektakulär angeflogen und setzte einen krachenden Monsterblock gegen das Brett, der an allerbeste „Doc“ Hinz-Zeiten erinnerte.
„Nach der starken 1. Halbzeit haben wir uns nie von den Umständen des dritten Viertels erholt. Da waren wir alle schlecht – auch ich. Aber letztlich hat MTV an diesem Tage verdient gewonnen, weil er es geschafft hat, unsere Scorer auszuschalten und den überragenden Mann auf dem Feld hatte. Es gibt solche Phasen, wo alles gegen Dich läuft. Da müssen wir cleverer werden“ resümierte Coach Hansen.

Weiter spielten: Candelon (2), Garcia (3), Werthmann (10)

Text: TSV Travemünde, Jörg Hansen